Ein gemeinsames Wochenende, da wo der Bodensee in den Rhein übergeht. Wo stehendes Wasser in Fluss kommt. Da fliessen und klingen an diesem wunderschönen Mai-Wochenende unsere Stimmen. Zwei gemeinsame Tage zum Jodeln, Sein, Zusammensein, Kochen und Geniessen. Das Gesellschaftshaus Löchligaischt übertrifft alle Erwartungen: modern ausgebaut mit Sicht auf die Seebucht, einer intakten Umgebung und unglaublichem Vogelreichtum – der Kuckuck jedenfalls hat fleissig mitgejodelt.

Wir üben mit Marion Knoth diverse neue Jodler ein – inklusive dem Yanna Jodler oder Heartbeat Yoddle, den sie selbst komponiert hat. Ein berührender Jodler im Rhythmus des Herzens, das auch den Takt unseres nächstens Konzertes angeben wird. Auch vertiefen wir mit Marion die «Complete Vocal Technique», so dass wir alle unser Bewusstsein fürs Stützen beim Singen verbessern können. Nach zwei mehr oder weniger durchgejodelten Tagen ist jedenfalls niemand heiser.

Schwer zu sagen, welches der Höhepunkt unseres Wochenendes im Löchligeischt in Eschenz ist. Ein Höhepunkt ist aber sicher der Besuch vom Hiasl (Matthias Härtl), dem Kontrabassisten der «Altfrentschen Besetzung» – dem Trio, das uns beim Konzert im März begleitet hatte. Genau, der Hiasl ist der, der so krass gut jodelte. Er kommt als Überraschungsgast zu Besuch und jodelt und jammt mit uns am Sonntagmorgen zwei Stunden lang. Das macht richtig Spass.

Jetzt brechen wir motiviert auf in unser zweites gemeinsames Jodeljahr und freuen uns aufs gemeinsame Klingen, die gelernten Jodler zu vertiefen und weitere dazuzulernen.

Catrin Hofstetter

Unerwartet, berührend, kurzweilig, mutig und anmutig – so erlebten viele Zuhörerinnen und Zuhörer die beiden Jahreskonzerte der «Jodelistas». Die Premiere ist gelungen. Die Konzerte hätten Momente des Glücks beschert und hinterher noch lange nachgeklungen, so das Feedback. Die Jahreskonzerte «Horizonte: Urbanes Jodeln * Neue Volksmusik» fanden Mitte März in der Zwinglikirche Mattenbach in Winterthur und in der Dorfkirche Veltheim – ebenfalls in Winterthur – statt. Beide Konzerte waren sehr gut besucht.

Den Anfang der Konzerte machten die Musiker der «Altfrentschen Besetzung», zu deren Klängen die Jodelistas – die Sängerinnen und Sänger verteilt über die ganze Kirche – mit brustigen Stimmen und dem Katschtaler Jodler für erste Hühnerhaut-Momente sorgten. 

Es folgten traditionelle wie moderne Jodler aus unterschiedlichen Regionen der Welt. Der Chorleiterin Marion Knoth ist eine dramaturgisch spannende und kurzweilige Abfolge von Jodlern gelungen. Sie hat es geschafft, die vielen Jodler in kürzester Zeit einzuüben und die Stimmen der Sängerinnen und Sänger aufeinander abzustimmen. Der spielerische und überraschende Umgang mit den Stimmen begeisterte das Publikum. Gegen Ende des Konzerts brachte Marion Knoth auch dem Publikum einen Jodler bei, so dass alle mitsingen konnten. Der volle Klang, der durch die Kirche hallte, schuf ein Gefühl der Gemeinsamkeit und des Glücks.

Zeitgenössische Volksmusik

Auch die Musiker der Altfrentschen Besetzung trugen massgeblich zum Erfolg des Konzerts bei. Das Trio von Matthias Lincke, Elias Menzi und Hiasl orientiert sich an den Urformen der Appenzeller Streichmusik und reichert seine Musik mit Klängen unterschiedlichster Traditionen an. Ihre Improvisationen, aber auch ihre Bühnenpräsenz und die spürbare Lust am Musizieren sorgten für unvergessliche Momente. Besonders gefallen haben dem Publikum die Stücke, die die Jodelistas zusammen mit den Musikern performten, wie zum Beispiel der steirische Jodler “Didl”. Mit einer guten Ladung Improvisation und Spass am gemeinsamen Klingen setzten sich die Stimmen der Jodlerinnen und Jodler und die Klänge des Hackbretts, der Geige und des Kontrabasses zu einem spannenden Ganzen zusammen.

Im Rückblick erscheinen beide Konzertabende als sehr gelungen. Die Choreografie, die Wahl der Stücke und deren Interpretation, die musikalischen Einlagen der Altfrentschen Besetzung und das ganze Miteinander machten ein einmaliges musikalisches Erlebnis möglich.

Catrin Hofstetter

Ende August ist es so weit. Die Jodelistas haben ihren ersten Auftritt an einem Quartierfest in Winterthur, dem Chrugelerfest. Die Vorfreude ist gross, ebenso die Nervosität. Denn nach den Sommerferien gibt es nur noch wenige Proben bis zum Auftritt. Das Repertoire ist klein und fein. Es sind traditionelle Jodler aus verschiedenen Ländern, aber auch moderne Kompositionen.

Das Konzert ist ein Erfolg. Auch wenn noch nicht alles perfekt sitzt, so klingen die Jodler in archaischem Klang durchs Quartier und verbreiten Freude unter den rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer. Glücklich sind auch die Jodelistas: «Es ist so toll, was wir in dieser kurzen Zeit gemeinsam erarbeitet haben. Und ein grosses Glück, gemeinsam zu klingen», meint eine der Jodelistas nach dem Konzert. Der Dank dafür gilt Marion Knoth, die mit ihrer Power und ihrem grossen Engagement diesen ersten Auftritt erst möglich gemacht hat.

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Am 1. April 2025 ist es so weit. Knapp 20 Jodler und Jodlerinnen aus dem Raum Winterthur und Zürich treffen sich zum ersten Mal zum gemeinsamen Jodeln und Kennenlernen. Einige juchzen schon seit Jahren, andere sind neu aufs Jodeln gestossen. Gemeinsam haben wir die Freude am Singen und Klingen und die Lust, sich auf ein neues Projekt einzulassen.

Die Initiative kommt von Marion Knoth, die seit einigen Jahren einen Jodelkreis in ihrem Wohnquartier in Winterthur leitet. «Beim Jodelkreis kommen immer wieder neue Leute dazu, weshalb es schwierig ist, schwierigere Jodler anzupacken und dranzubleiben bis sie sitzen. Ich hatte grosse Lust, mit einer Gruppe von 9 bis 15 sicheren Stimmen ein Repertoire zu erarbeiten, das auch an Konzerten aufgeführt werden kann. Ich freue mich riesig, dass es nun so weit ist», erzählt sie. Marion arbeitet mit der Complete Vocal Technique (CVT), einer modernen Gesangstechnik, deren Fokus auf einer gesunden Klangerzeugung liegt.

So legt Marion auch bei diesem ersten gemeinsamen Jodeln Wert auf das Ankommen im Körper und die Aktivierung der Stützmuskulatur. Gejodelt wird dann im «Urban Yodeling Style» nach Ingrid Hammer, was bedeutet, dass jede Stimme mehrfach besetzt ist.

Aber auch Organisatorisches will an diesem ersten Treffen besprochen sein. Und ein Name gefunden. So einigt sich unser neu gegründete Ensemble recht schnell auf den Namen «Jodelistas». Und damit kann es losgehen.