Unerwartet, berührend, kurzweilig, mutig und anmutig – so erlebten viele Zuhörerinnen und Zuhörer die beiden Jahreskonzerte der «Jodelistas». Die Premiere ist gelungen. Die Konzerte hätten Momente des Glücks beschert und hinterher noch lange nachgeklungen, so das Feedback. Die Jahreskonzerte «Horizonte: Urbanes Jodeln * Neue Volksmusik» fanden Mitte März in der Zwinglikirche Mattenbach in Winterthur und in der Dorfkirche Veltheim – ebenfalls in Winterthur – statt. Beide Konzerte waren sehr gut besucht.
Den Anfang der Konzerte machten die Musiker der «Altfrentschen Besetzung», zu deren Klängen die Jodelistas – die Sängerinnen und Sänger verteilt über die ganze Kirche – mit brustigen Stimmen und dem Katschtaler Jodler für erste Hühnerhaut-Momente sorgten.
Es folgten traditionelle wie moderne Jodler aus unterschiedlichen Regionen der Welt. Der Chorleiterin Marion Knoth ist eine dramaturgisch spannende und kurzweilige Abfolge von Jodlern gelungen. Sie hat es geschafft, die vielen Jodler in kürzester Zeit einzuüben und die Stimmen der Sängerinnen und Sänger aufeinander abzustimmen. Der spielerische und überraschende Umgang mit den Stimmen begeisterte das Publikum. Gegen Ende des Konzerts brachte Marion Knoth auch dem Publikum einen Jodler bei, so dass alle mitsingen konnten. Der volle Klang, der durch die Kirche hallte, schuf ein Gefühl der Gemeinsamkeit und des Glücks.
Zeitgenössische Volksmusik
Auch die Musiker der Altfrentschen Besetzung trugen massgeblich zum Erfolg des Konzerts bei. Das Trio von Matthias Lincke, Elias Menzi und Hiasl orientiert sich an den Urformen der Appenzeller Streichmusik und reichert seine Musik mit Klängen unterschiedlichster Traditionen an. Ihre Improvisationen, aber auch ihre Bühnenpräsenz und die spürbare Lust am Musizieren sorgten für unvergessliche Momente. Besonders gefallen haben dem Publikum die Stücke, die die Jodelistas zusammen mit den Musikern performten, wie zum Beispiel der steirische Jodler “Didl”. Mit einer guten Ladung Improvisation und Spass am gemeinsamen Klingen setzten sich die Stimmen der Jodlerinnen und Jodler und die Klänge des Hackbretts, der Geige und des Kontrabasses zu einem spannenden Ganzen zusammen.
Im Rückblick erscheinen beide Konzertabende als sehr gelungen. Die Choreografie, die Wahl der Stücke und deren Interpretation, die musikalischen Einlagen der Altfrentschen Besetzung und das ganze Miteinander machten ein einmaliges musikalisches Erlebnis möglich.
Catrin Hofstetter
